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Der Ü-Wagen am Wildenrannaer Ladegleis. Eine ausziehbare Treppe führt zum wettergeschützten Studio, dessen Scheinwerfer hier probehalber auf dem Vorplatz aufgestellt wurde. Ein Abgesandter des französischen Kühltransportunternehmens STEF ist mitgekommen, um die letzten Formalitäten der Übergabe zu erledigen.
Fotos: Etwaige Nachrichten

Etwashausen, 15. Juni (Eigener Bericht) Die „Etwaigen Nachrichten“ expandieren massiv. Ein Übertragungswagen französischer Bauart mit High-Tech-Ausrüstung sowie ein Materialwagen ermöglichen es Fritz P. und seinen Mitarbeitern nun, auch unter widrigsten Umständen ihrer Arbeit nachzugehen.

Die Inbetriebnahme des Wagens reiht sich ein in eine Serie teils legendärer Manifestationen der deutsch-französischen Freundschaft in Etwashausen. Sie wird in diesem Frühsommer noch einen weiteren Höhepunkt erreichen. (Darüber mehr in einer der nächsten Ausgaben der „Etwaigen Nachrichten“.)

Der mit einer beschrifteten Plane versehene Materialwagen basiert auf einem Rungenwagen-Typ, wie er seit Jahrzehnten auf europäischen Schienen Dienst tut. Bei dem Ü-Wagen handelt es sich um eine weitgehende Neukonstruktion eines thermisch besonders geschützten Fahrzeugs. Er ist ein Geschenk des französischen Kühltransportunternehmens STEF, das mit der Etwashausener Farben AG seit Jahren gut zusammenarbeitet. Damit war schon einmal klar, dass der vierachsige Waggon professionell vor extremen Außentemperaturen oder anderen negativen externen Einflüssen professionell geschützt ist. Politisch muss sich nach den Worten kritischer Beobachter, die anonym bleiben wollen, noch erweisen, ob mit so einer  Schenkung die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Verlages weiterhin gewährleistet ist.

Der Übertragungszug mit dem Materialwagen und dem Ü-Wagen. Das Fenster der nicht ausfahrbaren Seitenwand schmückt ein Blumenkasten.

In Kooperation mit dem hiesigen Handwerk wurde auf Verlagskosten ein durch ausfahrbare Seitenwände zu vergrößerndes Studio eingebaut. Dazu kommen modernste Kommunikationseinrichtungen, unter denen die Satellitenanlage hervorzuheben ist. Insider wiesen auf eine kleine Biosphäre im Innern hin, mit der der Ü-Wagen nahezu vollständig autonom sei. Zusammen mit der Satellitenanlage und Energie- sowie Lebensmittelvorräten sei es Fritz P damit möglich, „die neuesten Erkenntnisse direkt in die Wolke zu senden“, wie ein Handwerkssprecher sagte. Die Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen lasse sich für zwölf Tage aufrechterhalten. Bis dahin könne Fritz P. aus seinem Ü-Wagen selbst unter widrigsten Umständen noch Nachrichten an den Rest der Welt senden, „falls es diesen dann noch gibt“, fügte der Sprecher hinzu.

Lobend sind hier die Werkstatt des Altmetallhändlers Anselm Karsupke und das Ausbesserungswerk Dallgow-Döberitz zu erwähnen. Dazu kommen die hervorragenden Connections von Fritz P. Gerade der Umstand, dass es sich um ein Schienenfahrzeug handelt, gewährleistet, dass im bahnmäßig gut erschlossenen Kreis Etwashausen stets vom Ort des Geschehens berichtet werden kann, damit die Pressefreiheit nicht endet, wenn die Kameras weg sind.

Die variable Seite des Ü-Wagens. Die Seitenwand ist eingefahren, die Fahrt zum nächsten Ereignisort kann losgehen.

 
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